Der Panzerkreuzer hat performativ zu „Müller und die Rosa Riesin“ geforscht – es war ein Rausch, ein Little Dark Age. Der Schlüssel zur Serienkiller*in, zu Heiner Müller, zu KILLING TRANS WENDE war zeitgenössischer Tanz. Alles kam in Stufen von ROSA zusammen – Herakles im Wald von Beelitz, schwebender Müll, Geisterfleisch in Säcken, Hühnergesichter, Adidas-Trainingsanzüge. Alles kam zusammen und wir fanden ein Monster, eine Abrisshydra. Der Alptraum kommt auf Stelzen über die Grenze GIDDY WITH DELIGHT (Simon Strick)
The Panzerkreuzer did performative research on „Müller and the Pink Giantess“ – it was a frenzy, a Little Dark Age. The key to the serial killer, to Heiner Müller, to KILLING TRANS WENDE was contemporary dance. Everything came together in stages of ROSA – Heracles in the forest of Beelitz, floating garbage, ghost meat in sacks, chicken faces, Adidas tracksuits. Everything came together and we found a monster, a demolition hydra. The nightmare crosses the border on stilts GIDDY WITH DELIGHT (Simon Strick)
24./25. Juni 2023 | 48 Stunden Neukölln, Körnerpark, Berlin
Wer bin ich in diesem Spiel? Was ist noch wahr, real, gar echt? Wo kann ich die Freiheit spüren? Wie fühl ich mich wieder mehr als nur schlecht?
Scharfe Klingeln, ein beidseitiges Schwert. Leere Worte greifen tief. Bin ich nicht schön, nicht liebenswert? Auf meinem Herz: Achtung fragil.
Die Einsamkeit nach einem Kuss, Zarte Flammen im Keim erstickt. Und doch: Es in meinem Innern wieder weiter, ohne Frust, unaufhörlich, stark und stärker, immer weiter tickt.
The play with Fire, the play with Hearts, with Love – it may be the oldest game of society, which meets online dating as the urban play of today. Anyone who has tried their luck for “Swipe, Match, Love” already knows the game: a huge freedom to explore in a seemingly endless pool of opportunities… Play or be played? What often remains are the archived chats on our phones, an ever so often hilarious as well as depressing Collection of Data. How can we take part in this game of love without giving up on its challenges to fully enjoy it (again, and again)? How do we navigate this vulnerable playground, in which ease and lightheartedness are essential for its enjoyment? In our interdisciplinary performance we will “log in” once again to explore the playground of modern love through music, dance, and text, taking the audience on a journey through its highs and lows. Opening the curtains to a rosy-coloured, pink-clouded “filtered” reality of a homely living room, we will find ourselves confronted with our own live-generated Collection of Data. Traveling from a simulation of daily life patterns through intensified artificial dance structures, the performance culminates in a celebration of love, vulnerability and friendship. Let’s play!
Als SIGNAL Festivalbeitrag zum Jahresthema mit einer besonders starken Außenwirkung gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Erinnerungskultur für Ostdeutschland ist an einem Wendepunkt angelangt. 30 Jahre nach Mauerfall, Wiedervereinigung, Rostock-Lichtenhagen ist eine neue Generation herangewachsen, die die DDR nicht mehr als „untergegangene Diktatur“ oder „vergangene Utopie“ erinnern will. Diese Generation fühlt „den Osten“ anders: im Präsens und als eine Quelle für alternative Lebensentwürfe. Statt Ostalgie oder DDR-Bashing geht es dieser Generation darum, den Osten und die Reste der DDR in der Gegenwart neu zu artikulieren: als Teil der eigenen Identität. Das Faszinierende: diese Generation erinnert die DDR, ohne sie erlebt zu haben. Für sie ist der Osten nicht Historie, die man aufarbeiten oder für die man sich rechtfertigen muss, sondern phantomschmerzende „Heimat“, verschüttete Eigengeschichte und Ressource vielfältiger Zukunftskonstruktionen. Mit „The East in Me“ wollen wir an diesen neuen Erinnerungsdiskurs anknüpfen. Während in den bildenden Künsten zunehmend Künstler:innen mit Ostbiographie sichtbar werden, wollen wir diesen neuen „Gefühlsraum Ost“ im Theater bearbeiten und zeitgenössische theatrale Formate für ihn entwickeln. Für die Realisierung unseres Projekts brauchen wir keinen Jahrestag, keine offiziellen Feierlichkeiten, keinen runden Geburtstag. Wir brauchen Orte – Probebühnen mit Labor- und Werkstattatmosphäre.
Beteiligt an den Splittern: Sabine H. – Die neunfache Kindsmörderin aus Brieskow-Finkenheerd (Fotos 1/4/5) & Die Krähen – Physiologie und Mythologie von Saatkrähen im Nationalpark „Unteres Odertal“ (Fotos 2/3/6/7)
Produktion: Panzerkreuzer Rotkäppchen | Produktionsleitung: Anat Homm | Künstlerische Leitung: Susann Neuenfeldt | Finanzleitung: Maria Ullrich | Choreographie: Maike Möller-Engemann | Tanz: Kerstin Hurbain, Jenny Helene Wübbe, Giorgia Bovo | Sound Design: Hans Narva | Licht Design: Holger Duhn | Video: Ana Marinov | Kommunikation: Simon Strick | Social Media: Maria Ullrich | Technische Leitung: Kirstin Giebeler | Website: Ludovica Farace & Giannina Herion | Forschende: Anna Stiede, Richard Pfützenreuter, Alison Shea, Susann Neuenfeldt, Jana Olschewski, Sabine Böhm, Luise Grell, Jenny Helene Wübbe, Maike Möller Engemann | Sängerin: Danja Schilling
Ein Projekt vonPKRK. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste.
Kerstin Hurbain, Giorgia Bovo, Alix Reigner, Jenny Helene Wübbe, Melissa Ferrari (v.l.n.r.)
// PERFORMANCE //
TreuhandTechno Berlin
4./5./6. Juni 2021 | ://aboutblank, Berlin 12./13./14. Dezember 2022 | ://aboutblank, Berlin
T wie Taumel, Taktung, Träne, Trance. Mit TreuhandTechno Berlin bringt das Berliner Theaterkollektiv Panzerkreuzer Rotkkäppchen (PKRK) die Treuhand-Abwicklungsgeschichte des VEB Narva in den Technoclub ://aboutblank am Ostkreuz.
Narvabirnen flackern, Arbeiterinnen tanzen im Strobolicht und es wird eine Narva-Fließstrecke auf dem MDF-Floor rekonstruiert. Denn: Techno ist ein Trauermarsch der Maschinen. PKRK inszeniert in TreuhandTechno Berlin weibliche Gegengeschichten zu den männlich dominierten Techno- und Treuhanderzählungen.
02. – 09. September 2022 | Kunst im Depot, Winterthur (CH)
Open Hour 08. September 2022
Eines Tages wusstest du endlich, was zu tun war, und hast begonnen, obwohl die Stimmen um dich herum dir weiter ihren schlechten Rat zuriefen – obwohl das ganze Haus zu zittern begann und du wieder spürtest wie etwas an deinen Knöcheln zog. „Mach mein Leben besser!“ riefen sie alle. Aber du bist nicht stehen geblieben. Du wusstest, was du zu tun hattest, obwohl der Wind mit seinen steifen Fingern an den tiefsten Fundamenten rüttelte, obwohl ihre Trauer so schrecklich war. Es war schon spät genug, und eine stürmische Nacht, und der Weg war voll von herabgefallenen Zweigen und Steinen. Aber Schritt für Schritt, während du ihre Stimmen hinter dir ließest, begannen die Sterne durch die Wolkendecke zu glühen, und da war eine neue Stimme, die du langsam als deine eigene erkanntest, die bei dir blieb, als du tiefer und tiefer in die Welt gingst, dazu bestimmt, das einzige zu tun, was du tun konntest – dazu bestimmt, das einzige Leben zu retten, das du retten konntest. (Die Reise – Mary Oliver)
Performance als «Akt der radikalen Selbstfürsorge». Thematischer Ausgangspunkt für den Forschungsprozess war „Die Reise“ von Mary Oliver. Die performativ gestalteten Räume entstanden in der gemeinsamen Forschungswoche. In einer Open Hour wurden die Türen für Interessierte geöffnet.
24./25./26. Juni 2022 | 48 Stunden Neukölln, Aviatrix, Berlin
Irgendwas und alles zwischen himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt. Trübe Tage. Lange Stunden. Träges Grübeln, oben unten oben unten. Ich mich lauthals schreiend oder klammheimlich verkriechen will. Ich ich ich will will will. Ich will so viel und bringe doch kein Wort heraus, Zu beschreiben wie es in mir drinnen und in meinem Kopf ausschaut.
Wie oft fragen wir uns gegenseitig „Wie geht’s dir?“ ohne die Antwort abzuwarten? Und wie oft antworten wir auf ebenjene Frage mit „Gut.“, ohne weiter darüber nachzudenken, reflexartig? Wie ehrlich gehen wir tatsächlich mit unseren Emotionen um und wie konsequent sind wir in der Kommunikation unserer Gefühle?
In unserer skulpturalen Performance-Arbeit wagen wir als inter-disziplinäres Künsterinnen-Duo den Blick unter die Oberfläche, hinein in die Welt hinter der Frage. Mit unserer Arbeit möchten wir dem Stigmata intensivem Empfindens und dem daraus entstehenden Gefühlsdruck entgegenwirken. Ein Verhandlungs-raum wird eröffnet, in welchem das eigene Verhältnis zu Nähe/Intimität sowie zu Distanz/Raum untersucht werden kann. Was möchte ich sehen und was nicht? Mit welchem Blick begegne ich meinen und anderen Gefühlszuständen? Wie nah möchte ich dem Unberechenbaren, dem Unbeständigen kommen? Wie viel Raum kann und möchte ich geben?
Eine Erfahrungswelt in Form einer Skulpturen-Landschaft ermöglicht eine detaillierte Betrachtung. Der*die Betrachter*in ist eingeladen, in das Gefühlsfeld einzutauchen. Ein immersives Erlebnis, bei welchem er*sie selbst vor die Wahl gestellt wird.
Give. A. Fuck. – Reflexionen über Lust, Pornographie und Prostitution
1./2./3./9./10. Oktober 2021 | microArts Chemnitz, Die Stadtwirtschaft, Chemnitz
Unter dem Motto Give. A. Fuck. schlossen sich fünf Künstler*innen-Gruppen zusammen und entwickelten Theaterperformances zu verschiedenen Unterthemen von Prostitution & Sexwork. Als Grundlage dienten Gespräche mit Expert*innen der jeweiligen Themengebiete.
In unserer Performance zum Thema Ethical Porn behandeln wir die Grundbausteine feministischer Pornografie. Auch und vor allem heutzutage noch steht die Lust des heterosexuellen cis-Mannes im Mittelpunkt der Mainstream-Pornos. Die Frau fungiert als Objekt der Befriedigung und sexuellen Entladung. Die Sex-Industrie als Spiegel unserer Gesellschaft: Es wird nicht nur ein sexistisches Machtverhältnis zwischen cis-Mann und Frau dargestellt, sondern auch ein fatal verzerrendes Bild von Sex an junge Menschen vermittelt. In einer interdisziplinären Gegenüberstellung zeigen wir die Möglichkeiten feministischer Pornografie auf, wenn alle beteiligten Personen gemeinsam Lust empfinden.
Von und mit: Annette Maria Stoll, Jenny Helene Wübbe
Theatrale Wiederbelebung der ersten freien Demonstration in der DDR am 4.11.1989, 30 Jahre später als „Theater der Revolution“: Eine Revolution von der Straße, der man das Improvisierte, das Überraschende, die Überforderung, das Gefühl ansieht. Wehmut nach diesem Freiheitsmoment soll entstehen, der alles wollte, außer Wiedervereinigung und nationalen Taumel. Wir lassen neue Redner*innen zu Wort kommen, denn niemandem reicht die historische Rekonstruktion: Nostalgie und Gedenken sind keine Antworten auf heutige Probleme und Proteste. Fridays for Future trifft auf Markus Wolf, Gregor Gysi legt die Masken ab und spricht Klartext, eine Deutschtürkin besingt den staatstragenden Rassismus, und ein Punk gibt den Stefan Heym von 2019. Wir leiten die Emotionen von 89 in die politischen Forderungen und kollektiven Gefühlslagen von heute.